Warum Computer in Taxizentralen ?
Am Anfang war das Wort auf dem Zettel.
Das Wort war nicht auf Korrektheit geprüft und die Schrift
kaum lesbar. Der Zettel wanderte entweder von Hand oder
per Förderband von der telefonischen Aufnahme zur Funk-
vermittlung. Dort wurde er analysiert, entkryptisert und
dann allen Taxen angeboten. Oft gab es mehrere Bieter, und
so wurden 500-Meter-Regeln geschaffen, nach denen klein-
lich gemessen und verteilt wurde.
Du meinst, daß höre sich mittelalterlich an ? Dies war bis
vor kurzem in Berlin und anderswo - und ist es teilweise
noch! ;-) -Realität-.
Die Zeit, die der Besteller von Aufnahme bis zur Vermittlung
eines Auftrags am Telefon verbringt (und der Telekom bezahlt),
die gestiegenen Ansprüche des Bestellers an die Dienst-
leistung Funktaxe und nicht zuletzt die immer steigenden
Personalkosten für die Zentrale, die die Höhe der
Funkgebühren bestimmen, haben hier den Weg zwingend
vorgegeben.
- computergestützte Auftragserfassung und -vermittlung
- Autobooking (Annahme des Auftrags durch Kunden-Nummer per
Computer)
- Rufgeräte (Aufträge per Knopfdruck) sorgen für eine
vollständige Automatisierung.
- Stammkundenerfassung ("Guten Tag, Herr Kaiser !")
vermindern Aufnahme und Vermittlungszeiten und automatische
Prüfung der Aufträge auf Plausibilität und korrekte Daten
verhindern Fehlfahrten. Da hat man auch schon mal Zeit,
einen Auftrag mit Sonderwünschen etwas ausführlicher zu
"behandeln".
Ca. 3/4 aller Funkaufträge lassen sich so rationalisieren.
Firmen, Hotels, Restaurants, Lokale etc. erhalten 3-5
-stellige Kundennummern, durch deren Eingabe sofort der
Auftrag mit Adresse, Name und Telefonnummer und evtl.
Hinweisen erscheint. Privatkunden können z.B. unter ihrer
Telefonnummer gespeichert werden.
Aber auch die Einzelaufträge lassen sich stark verein-
fachen: Mußten auf Zettel immer wieder alle Daten neu
notiert werden, reicht heute entweder ein elektronisches
Telefonbuch oder bei der manuellen Erfassung wird schon
nach 3-4 Tastendrücken die entsprechende Straße, somit die
möglichen Hausnummern und Ansprechplätze, gefunden. Eine
fehlertolerante Prüfung durch Eingabe von Abkürzungen,
ähnlichen Schreibweisen (System findet auch die
Courbierestraße des Würfelfunks bei Eingabe von Kubier-
straße o.a.) erweitern die Möglichkeiten, auch neues
Personal von Anfang an fehlerfrei und für den Kunden ohne
Probleme ("Wer sind Sie?") einzusetzen.
Vorbestellungen und Daueraufträge werden ohne Zettelwirt-
schaft (Halteplatz raussuchen, zeitlich einsortieren) vom
System verwaltet und zur gegebenen Zeit präsentiert.
EDV-Daten lassen sich jederzeit auf Knopfdruck statistisch
auswerten, sei es zur Prüfung der Anzahl von Bestellungen
eines Kunden ("ruft der jetzt woanders an?", "der wär doch
einer für 'nen Rufapparat!"), zur Auswertung der Verteilung
von Aufträgen im Funkgebiet ("hier muß mehr Werbung gemacht
werden!"), Personalüberwachung ("Warum muß ich solange
klingeln lassen ?").
Auch bei der Vermittlung des Auftrags finden Prüfungen
statt: die Uhrzeit, das Datum, die Adresse, erfüllt der
Wagen/Fahrer die Wünsche des Kunden (Raucher, Kombi, etc.)
und vieles andere mehr.
Ein schneller Rückgriff auf den Auftrag bei Nachfragen
durch flexible Suchbegriffe. (nach Wagennummer, Straße,
Name und allen anderen Bestandteilen des Auftrags kann
gesucht werden.)
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